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11.11.2017 15:29 Alter: 70 days

Schülerinnen und Schüler unserer Schule unterstützen das Gedenken an die Reichspogromnacht


In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden in Deutschland unter der Herrschaft des Nationalsozialismus die Synagogen geschändet und in Brand gesetzt, Juden beraubt und körperlich misshandelt. Die Pogrome sind der Beginn der systematischen Judenverfolgung und -vernichtung.

Alljährlich gedenken wir auch in Ulm der Verbrechen, die in dieser Nacht an den Ulmer Juden begangen wurden. Die Feier findet auf dem Weinhof, einen Steinwurf von unserer Synagoge entfernt, statt.

Zugegen waren der 2. Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Ulm/Neu-Ulm Martin Tränkle, Vertreter der Ulmer Stolpersteininitiative, sowie Oberbürgermeister Gunter Czisch und Rabbiner Shneur Trebnik, die mit ihren Reden aufrüttelten und zum gemeinsamen Erinnern aufriefen. Auch auf heutige antisemitische Tendenzen innerhalb der Bevölkerung wird warnend hingewiesen.

Passend musikalisch unterstützt wurde die Veranstaltung von unserem Kammerchor mit vielstimmigen, isrealischen Gesängen, unter anderem einer Strophe der sogenannten zweiten Nationalhymne Israels.

Da es bereits dunkel war, kam der aus 212 weißen Kerzen zusammengestellte, leuchtende Davidstern auf den Pflastersteinen besonders gut zur Geltung. 212 – eine für jeden Menschen aus Ulm, die zum Opfer des aktiven Antisemitismus der Nationalsozialisten wurden. Und als wir Schüler des HGU schließlich die lange Liste der Namen verlasen, bekamen die grauenvollen Ereignisse der Vergangenheit plötzlich Gesichter. Hinter jedem der Namen steckt eine Geschichte und das Ausmaß, das die Novemberpogrome annahmen, wurde uns, wenn auch nur annähernd, bewusst.

Wie wichtig das Erinnern an die dunkelsten Kapitel unserer Geschichte ist, wurde allen Beteiligten erneut vor Augen geführt und an diesem Abend des 9. November in stimmiger Atmosphäre vermittelt.

Auch die Südwestpresse berichtet über die Gedenkveranstaltung.  

Naomi Hattler