< Scheckübergabe 24.11.2017
29.12.2017 16:41 Alter: 52 days

„Wege zur Digitalisierung in Organisationen“ mit Herrn Dr. Neumann


 

Anstatt des regulären Unterrichts,  an welchem wir Geographie haben, trafen sich die Geo-Kurse von Herrn Rath, Frau Stoffler und Frau Stauß am Dienstag, den 19.12.17 um 7:45 Uhr in der Schülerbibliothek, um einen ganz anderen Vortrag zu genießen. Herr Rath hatte Herrn Dr. Neumann, ein ehemaliges Vorstandsmitglied der Firma Hartmann zu uns eingeladen, um uns die Digitalisierung in Firmen näher zu bringen. Uns erwartete ein informativer Vortrag zur Digitalisierung in Kooperation mit interessanten Workshops zu diesem Thema.

Begonnen hat Herr Neumann mit einem Input zur Digitalisierung, um eine Grundidee zu schaffen. Was ist überhaupt Digitalisierung? So oft begegnen wir diesem Begriff im Alltag, doch wer kann genau erläutern, was damit gemeint ist? Um uns einen Einblick in dieses breite Feld der Digitalisierung zu verschaffen, erklärte Herr Neumann uns, was man unter diesem Begriff tatsächlich versteht. Schon hier wurde uns bewusst, dass dieses Thema weitaus komplizierter ist, als wir es erwartet hatten.

Nach seinem Vortrag waren nun wir selbst an der Reihe. In verschiedenen Workshops sollten  wir uns nach seinem Anreiz nun mit dem Thema auseinander setzen. Hierfür hat Herr Neumann uns dann in mehrere Gruppen eingeteilt, in denen wir unsere spontanen Einfälle und Beispiele zur Digitalisierung auf verschiedene Zettel schreiben sollten. Im nächsten Schritt sollten wir diese Beispiele den vier Kategorien „Produkte und Dienstleistungen“, „Vertriebs- und Marketingkonzepte“, „Produktion“ und „Effizienzsteigerung“ zuordnen. Diese Ergebnisse sollten einige Gruppen dann vorstellen und kamen unter anderem auf folgende Beispiele:  Brillen/Lebensmittel im Internet bestellen, Urlaub online buchen; die Vernetzung und Automatisierung von Autos und die Selbstdiagnosen von Maschinen in Fabriken und auch die dort immer häufiger eingesetzten Roboter. Was uns allen dabei auffiel war, dass es sehr schwierig ist, die Beispiele den einzelnen Kategorien eindeutig zuzuordnen, da sie oft auch mit anderen Kategorien zusammenhängen und nicht nur eine einzige betreffen. Trotzdem haben die vorgegebenen Kategorien es erleichtert, gute und passende Beispiele zu finden. Zudem fiel uns auf, dass sich die Perspektiven der Digitalisierung ändern, es jedoch schwer ist, hierfür wirkliche Beispiele zu finden. Es besteht noch Unsicherheit, welche Aspekte der Digitalisierung man nun für sich nutzen könnte und welche eher ein unrealistischer Traum einer Innovation ist. Hierbei sprach Herr Neumann auch das Problem an, dass viele Unternehmen nicht wissen, wie sie mit der Digitalisierung umgehen sollen, da ihnen das nötige Wissen dafür fehlt. Die Digitalisierung wird zwar vom Vorstand vieler Unternehmen vertreten und unterstützt, der richtige Umgang damit kommt jedoch bei den Angestellten und Arbeitern nicht an, wodurch diese nicht wissen, was sie mit ihren neuen digitalisierten Aufgabenbereichen anfangen sollen.

Um diese Schwierigkeit zu beheben hat Herr Neumann uns mehrere Lösungsansätze vorgestellt. Zunächst sei es für Option eins sehr wichtig, das Thema Digitalisierung in einer Firma vorzustellen, so bekommt das ganze Team eine Vorstellung von der geplanten Veränderung und eine Strategie zur Umsetzung kann entwickelt werden. Damit dies auch unter angenehmen Bedingungen abläuft und ein gewinnbringendes Ergebnis erzielt wird, muss ein Topmanagement diese Einführung leiten. Ist dieser Schritt getan, sollte eine Digitalisierungs-Initiative gestartet werden, welche sich konkret mit Programmen und deren Problemen auseinandersetzt, um die optimale Lösung zu erzielen. Aus dieser Initiative wird dann ein sogenanntes Programmierer-Team, welches die ganzen Mitarbeiter vertritt, hervorgerufen, um sich von nun an in dieser kleinen Gruppe speziell mit dem Thema zu befassen.

Strategie zwei ist weitaus freier gestaltet, den Mitarbeitern wird nicht direkt ein Thema oder Konzept vorgestellt, sondern sie sollen sich ihre eigene Meinung zu einem bestimmten Überthema bilden, um dann selbst Ideen und Lösungsansätze zu ermitteln. Zunächst nehmen alle Mitarbeiter dann an Workshops oder Meetings teil, um ihr Wissen zu vertiefen und konkreter auf die Digitalisierung einzugehen. So bildet sich ein „Open Space“, in dem alle Mitarbeiter frei diskutieren und arbeiten können, um zu einem Ergebnis zu kommen. Ein klarer Vorteil dieser Strategie ist, dass das ganze Team von Beginn an teilnimmt und so nicht mit unerwarteten Veränderungen konfrontiert wird.

Beide Möglichkeiten bringen ihre Vor- und Nachteile mit sich und es ist schwer zu bestimmen, welche die besseren Chancen für eine Firma mit sich bringt, jedoch geht hervor, dass die Digitalisierung ein weitaus komplexeres Verfahren ist, als man sich sonst vorstellt. Die Bandbreite der Innovationen ist enorm, weshalb das Ganze nur als Prozess funktionieren kann, und nicht von heute auf morgen in den Firmen stattfinden wird. Dass auch wir noch viel mit der Digitalisierung zu tun haben werden, hat uns Herr Neumann mit auf den Weg gegeben, denn die Umstellung ist im stetigen Wandel und wird nicht zeitnah enden.

 

Mit diesem Fazit durften wir den sehr interessanten und informationsreichen Vortrag verlassen, und können zurückblickend nur sagen, dass es uns eine neue Türe zu einem  sehr komplexen aber auch sehr relevantem Thema für unsere Zukunft geöffnet hat und eindeutig neuen Raum zum Nachdenken und Forschen geschaffen hat.

 

Anna Weingärtner, Amelie Scheiffele, Alice Mujuaburre